Ru­dolf Höl­scher

* 1957 in Dül­men/ West­fa­len

Vorbild ] Vor 40 Jah­ren be­ein­druck­ten mich die aus­drucks­star­ken Por­träts des Müns­te­ra­ner Fo­to­gra­fen Pan Wal­ther so sehr, dass ich mein In­te­res­se für die Fo­to­gra­fie zum Be­ruf ma­chen woll­te. Es kam anders - und das ist auch gut so!

 

Bild­er­la­bor ]  Sehr im­pro­vi­siert und mit klei­nem Schü­leretat, da­mals noch schwarz-weiß und selbst­verständ­lich ana­log, stets auf der Su­che nach dem Fest­hal­ten des ent­schei­den­den Mo­ments und der Stim­mung des Au­gen­blicks. Un­ter­wegs in der west­fä­lischen Hei­mat, auf Rei­sen, bei Fes­ti­vals und Kon­zer­ten: im­mer war die Ka­me­ra mit da­bei. Un­ter Rot­licht er­schien auf Pa­pier, was zu­vor auf Film ge­bannt wur­de.

 

[ Licht­bild­ne­rei ]  Lange Jah­re ver­staub­te die Fo­to­aus­rüstung, bis un­ser Sohn Fritz mit sei­ner neu­en ‘Di­gi­ta­len‘ zu Be­such war. Es hat Zoom ge­macht und die Lei­den­schaft für die Licht­bild­ne­rei war wie­der da! Das Bild­er­la­bor mit Ver­grö­ße­rungs­ge­rät und Ent­wick­ler­scha­len wur­de er­setzt durch Ligh­troom und Pho­tos­hop. Die schö­ne neue Welt der Di­gi­tal­fo­to­gra­fie bie­tet Mög­lich­kei­ten, die ei­ner­seits zum Ex­pe­ri­ment ein­la­den, die an­de­rer­seits aber auch den Blick auf das ei­gent­li­che Ziel nicht verstel­len dür­fen. Es geht mir im­mer noch um die Idee, mit Bil­dern Ge­schich­ten zu er­zäh­len und Emo­ti­o­nen zu we­cken. Das wich­tigs­te Werk­zeug ist da­her da­mals wie heu­te der Blick und das Auge für das, was ab­zu­bil­den lohnt. Ge­stal­tung, Pro­por­ti­on, Gra­fik sind seit vie­len Jah­ren als Ar­chi­tekt und Stadt­pla­ner mein be­ruf­li­cher All­tag, ha­ben mei­ne Wahr­neh­mung be­ein­flusst und ge­schult. Ich fo­to­gra­fie­re heu­te an­ders. Ne­ben der gro­ßen Ges­te dra­ma­ti­scher Land­schaften sind es die klei­nen 'Fund­stü­cke', die mir im­mer mehr Spass ma­chen. Die Fo­to­ta­sche ist wie­der zum stän­di­gen Be­glei­ter ge­wor­den und das soll und wird auch so bleiben!

 

[ Konzertfotografie ]  . . . war schon zu Schulzeiten ein beliebtes Genre. Damals konnte man noch relativ unbehelligt mit der Kamera auf Musiker zugehen. Und so finden sich in meinem sw-Negativen auch noch bekannten Gesichter wie zum Beispiel der leider viel zu früh von uns gegangene Gary Moore. Glücklicherweise gibt es auch heute noch - oder wieder? - eine Vielzahl von kleinen, feinen Clubs, die tolle Konzerte anbieten und sehr entspannt auf Fotografen reagieren. Das trifft auch für die überwiegende Mehrheit der dort auftretenden Musiker zu und - fast noch wichtiger - für die Konzertbesucher, denen ich mit der Kamera vor der Nase rumfuchtele . . . ein herzlicher Danke an Alle, die mich das machen lassen, was ich in meiner Freizeit am Liebsten tue!

 

Musicians at work ]  Für mich spielte immer die Stromgitarre eine große Rolle - es waren schon sehr früh Bands wie Black Sabbath, Deep Purple und Led Zeppelin und nicht Beatles und Stones, die ich als meine musikalische Heimat bezeichnen würde. Meine Fotos zeigen häufig nur die 'Musikanten' mit ihren Instrumenten. Dieser porträthafte Ansatz ist ganz sicher nicht reportagentauglich, zeigt kaum Bühnenumfeld und lässt auch schon mal Mikros, Stative, Balken im Hintergrund etc. verschwinden. Was bleibt, ist im besten Fall ein Porträt, das dem Betrachter den Drive und den Swing, aber immer die Emotion der Musik vermittelt. Häufig kommt inzwischen eine Bildbearbeitung hinzu, die sich am Polaroid-Stil orientiert. Der Look darf und soll ruhig in Richtung 'old school' und 'vintage'  gehen, was für mein Empfinden gut zu der von mir bevorzugten Blues- und Rockmusik passt. Und so waren es für mich besondere Highlights, dass ich den Helden der letzten Jahrzehnte wie Michael Schenker und Uli Jon Roth wieder mal bei der Arbeit zuschauen und zuhören durfte. Es stehen noch einige (Wunsch)Musiker wie zum Beispiel Robin Trower auf meiner Liste . . . die nächsten Termine sind schon fest im Kalender eingebucht!